Ein Song, ein Bild - das sind Lebewesen.
Jede Kunst ist ein Geschenk.
Es ist schwer zu schenken.
Denn da das Geschenk ja nichts kostet,
so wird vermutet, so ist es auch nichts wert.
Das Geschenk löst sich im Kapitalismus also beim Schenken in nichts auf.
Es herrscht die Ansicht, das der Wert eines Gegenstandes, das der Wert eines Lebewesen,
dem auf dem Markt gegenüberstehendem Geldwert entspricht.
Dieser Gedanke hat die Musik und alle Kunst und auch alles Leben und damit uns Menschen total fertig gemacht,
entwertet. Dieser Gedanke scheisst einfach auf alles.
Kürzlich hab ich mir mein erstes mp3-Abspielgerät gekauft. Ich dachte ich geb mir eine Chance
doch mal wieder Musik zu hören. Seitdem liegt das Ding leblos in der Ecke.. Und das obwohl Musik so toll ist!
Das ist also das Dilemma und ich als Künstler, der auch noch von seinem Schaffen leben muesste stecke
natürlich mitten drin.
In dieser Gesellschaft kauft Geld Freiheit. Und ich bin für Freiheit.
Die Mehrzahl der Leute haben immer weniger, ein paar wenige immer mehr. Und die haben soviel davon das sie nicht
wissen was sie damit machen sollen. Sie haben Geld aber keine Visionen. Sie lang- oder besser gesagt kurz-weilen sich zu tode.
In der Musikindustrie ist es genau das selbe. Die Musikindustrie kurzweilt sich zu tode. Gesucht wird was Geld bringt. Zumindest wo man vermutet das es Geld bringt. Zum Beispiel ist es offensichtlich so, dass nur gutaussehende Musiker sinnvoll auf play drücken können. Es geht leider in der Musik wenig um Musik und in der Kunst wenig um Kunst. Nur im Schaffen kann Kunst gelebt werden.
Im Markt, in der Hochschule, im Dialog wird Kunst oft erstickt und als Datenträger für sinnlosen Dreck vergewaltigt.
Wir haben es verlernt. Wir kennen den Zugang zu kunst nur noch über Zahlen. Aha. So teuer ist das also.
interessant. interessant.
Die Welt ist voller Grenzen und Zäune und Wege.
Ich will mich nicht beschweren. Mir geht es super.
ich bin nicht einer von den viel zu vielen Menschen die unter einem Song (einem Euro) pro Tag leben muessen. Obwohl ich nicht alles künstlerisch umsetzen kann was ich gern wöllte, weil mir die Freiheit dazu fehlt so sind meine Schaffensbedingungen doch recht optimal. Dafür bedanke ich mich. Ich bedanke mich bei allen die mir das ermöglichen! Ich weiss es ist nicht gerecht.
Während ich im Atelier malen und meine Existenz in das Bild packen kann, kämpfen andere im ganz Reallen um ihr Leben.
Wir Menschen haben so viele tolle Dinge erreicht. Wir können Dinge so schön sehen.
Es gibt soviele unglaubliche wundervolle Dinge, die im Moment zahlreich von uns Menschen mit inbrunst zerstört werden.
Warum frage ich mich. Und während ich mich das frage stecke ich mittendrin. Man muss ausbrechen ohne einzubrechen.
Kleine Dinge verändern die Welt. Wir haben Träume.
Und da fällt mir ein warum ich Musik mache und Bilder male.
Erstens weil ich mir trotz dem was es abverlangt, und das ist sehr viel, nichts besseres vorstellen kann.
Weil es mich zweitens lebendig macht und mich befreit hat. Weil es meinem Leben drittens einen Sinn gibt.
Und weil ich viertens Angst habe. Angst vor der ich mich stelle und gegen die ich ankämpfe. Geld spielt dafür keine Rolle.
Ich möchte noch sagen das ihr gern alles geschenkt haben könnt. Mein Körper allerdings lebt hier.
Ihr könnt euch sicher sein, dass das Geld was zu mir kommt in Musik und Malerei investiert wird. Und je mehr ich davon habe desto besser klingt das.
Es braucht mehr Respekt. Und Liebe natürlich.
Liebe ist das einzigste was uns alle rettet.
Peter Piek, Leipzig am 22. Juni 2010