ueber Zeit
Zeit ist ein wichtiger Faktor in der Bildwerdung. Aber, Zeit ist relativ.
Ziel ist es, jedem Strich, jeder Linie einen Sinn zu geben. Dabei kommt es nicht auf die Zeit an,
die man zum Ausfuehren der Malerei benoetigt. Vielmehr zaehlt die Intensitaet der Ausfurhrung.
Zeit ist Energie. Mann kann Stunden an Zeit und Energie verwenden ein Bild mit Linien zu fuellen.
Aber Energie und Zeit koennen sowohl positiv Bildaussagen verstaerken, sie aber auch negativ beeinflussen, ablenken.
Sinnvoll ist es Energie zu kompensieren, aufzusparen um dann mit wenigen Strichen das wesentliche,
den Kern der Aussage zu treffen, in dem man Zeit und Energie aufnimmt und gebuendelt intensiv einsetzt.
Dadurch wird meiner Meinung nach eine wesentlich bessere Ausgangsposition zum Dialog zwischen Bild und Betrachter geschaffen.
Es ist falsch den Wert eines Bildes daran zu messen, wie viel Zeit der Kuenstler gebraucht hat um es zu malen.
Das hoert man immer wieder: und es nervt. Wenn ich jetzt in einer halben Stunde ein Bild male, ist dieses Bild ein Teil
des jetzigen Gesamtwerkes. Ohne dieses Werk auch an Skizzen und Studien waere das Bild, so wie es mit diesem in Verbindung steht
nicht moeglich gewesen. Das in Zeit ausdruecken zu wollen ist Irrsinn.
Demnach spielt es ueberhaupt keine wertende Rolle, ob man in 5 Stunden ein halbes oder 10 Bilder malt.
Dem Bild ist das egal.
(P.Piek 12/2003)